Rundgeshowt (6): Los geht´s

14. Mai 2012 - 9:49 Uhr

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Rundgeshowt (5): Denn wir wissen beinahe, was wir tun

12. Mai 2012 - 9:35 Uhr

Immerhin eines lässt sich nach meiner zweiten Rundshow-Woche verbindlich festhalten: Das Lebensgefühl hat sich geändert. Von “keine Ahnung, was wir hier machen” über ein mehrfaches “Mir dämmert gerade was” hin zu einem: Wir wissen jetzt beinahe, was wir tun. Bevor Sie erschrecken und jetzt denken, dass ein Haufen fröhlicher Dilettanten da im BR sitzt und irgendwas vorbereitet, um dann irgendwas zu senden: So ist es natürlich nicht. Es ist also nicht so, dass uns Ideen fehlen, im Gegenteil, meistens haben wir sehr viel mehr als wie wir umsetzen können. Es ist eher das Fehlen an Routinen und Erfahrungswerten. Will sagen: Während man sich  bei anderen Projekten immer so ein bisschen auf Erfahrungen verlassen kann, stehen wir jetzt beinahe bei jeder Entscheidung vor essentiellen Fragen. Die Antworten basieren, zugegeben, immer auch ein Stück auf Vermutungen — weil es eben kein gesichertes Wissen dazu gibt.

Münchner Freiheit

Das ist auf der anderen Seite das Tolle daran: ein Ding völlig neu zu entwickeln, ganz nach den eigenen Vorstellungen und ohne sich in einem Rahmen bewegen zu müssen, den so ein Sendeformat in den meisten Fällen dann eben doch vorgibt. Und ja, auch das gebe ich gerne zu: Der Bayerische Rundfunk war nicht unbedingt der Platz, an dem ich so viel Experimentierfreude vermutet hätte. Immerhin hat die “Rundshow” mit konventionellem Fernsehen und den ansonsten im BR zu sehenden Formaten ungefähr so viel zu tun wie München mit Ostwestfalen-Lippe. Tatsächlich aber lässt man uns dort ungestört machen, auch wenn ich manchmal bei der Vorstellung innerlich breit grinsen muss, wie sich der eine oder andere in den höheren Stockwerken fühlen muss, wenn er am Montag um 23.15 Uhr sieht, was da über seinen Bildschirm geht.

Ziemlich sicher bin ich mir allerdings darin, dass wir am Montag und auch in den dann noch kommenden Rundshow-Wochen erst den Start einer Entwicklung sehen werden. Dass wir, wenn wir wirklich zukunftsfähiges TV machen wollen (ich zucke ja immer noch zurück, wenn ich das Social TV nennen soll) ziemlich viel zuhören müssen. Nicht unbedingt im Sinne dessen, wie das früher war: Man liest Kritiken von hauptberuflichen Medienjournalisten und wertet die dann aus. Mir persönlich ist ehrlich gesagt das, was die Kollegen in diesem Fall schreiben werden, eher egal. Was mich interessiert ist: Was sagen die Zuschauer, welche Beteiligungen und welche Rückmeldung bekommen wir über Twitter, über Facebook, Google — und natürlich die  App mit dem schönen Namen “Die Macht”? Schaffen wir es wirklich, Fernsehen und Crossmedia zu machen, so dass es die Beteiligten wirklich juckt? Und so, dass sie eben kein Klickvieh oder Kommunikationsattrappen wie die ansonsten handelsüblichen call-ins oder Straßenumfragen werden?

Das Internet

Und schließlich noch ein letztes Geständnis: Ich war eineinhalb Wochen die bayerische Bierruhe in Person, jetzt kommt dann langsam: Nervosität. Montag, 23.15 Uhr. Ich hoffe, dass sie sich dann wieder legt.

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Lieber Spiegel…

7. Mai 2012 - 6:36 Uhr

…von euch war in letzter Zeit zu hören, es gebe da ein paar Debatten. Über Bezahlschranken und so. Darüber, dass das pöse Internet der gedruckten Ausgabe Leser wegnimmt, was man an Zahlen angeblich gut messen kann. Das Netz legt zu, Print verliert, das nennt man dann Kausalzusammenhang. Ein anderer Kausalzusammenhang wäre es demnach, die Onlineleser bezahlen zu lassen, damit entweder mehr Geld direkt online reinzubekommen — oder die Leser dazu zu bringen, wieder vermehrt das Heft zu kaufen, zumal jetzt auch sehr viel weniger oder aber gar keine Geschichten aus dem Blatt mehr im Netz landen sollen. Das klingt auf den ersten Blick angesichts der vielzitierten “Kostenloskultur” im Netz so mutig wie naheliegend. Irgendjemand muss dem Volk da draußen ja klar machen, dass man den guten Journalismus nicht dauernd kostenlos haben kann.

In dem Zusammenhang war ich natürlich sehr auf euer aktuelles Heft gespannt, weil ich mir dachte, es könnte sich ja lohnen, dieses Ding, das ich seit Jahren abonniert habe, mal unter diesem Aspekt anzuschauen (um dann ggf. Geld zu sparen und künftig nur noch SPON zu lesen, wenn man tatsächlich so simpel Geld sparen kann). Als erstes habe ich mich auf die Facebook-Geschichte gestürzt, weil sie mich zum einen interessiert und es zum anderen immer lustig ist, wenn der “Spiegel” über das Netz schreibt. Viel Grund zum ärgern gab es allerdings nicht, weil die Titelgeschichte weitgehend erkenntnisfrei über etliche Seiten dahin lief. Man weiß jetzt, dass Facebook zwar keine Gebühren verlangt, dafür aber Daten seiner Nutzer verschachert. Und dass sich sogar schon Kinder dort rumtreiben. Dass es gar nicht mal gesagt ist, dass das Wachstum von Facebook ewig so weiter geht. Und schließlich noch, dass auch andere der einstmals großen Netzwerke schon mal den Bach runtergegangen sind. Ich finde es übrigens in diesem Zusammenhang immer wieder erstaunlich, wie eine Redaktion etliche Seiten mit hübschen Satzgirlanden und netten Erzählungen vollbekommt, ohne irgendwas Neues zu schreiben. Das fand ich schon bei eurer Titelgeschichte über Kampfradler bemerkenswert: liest sich alles nicht mal schlecht, hat aber den Nährwert von Knäckebrot.

Und es gibt die Geschichte über Norbert Röttgen; eine dieser Geschichten über wahlkämpfende Wahlkämpfer, die im “Spiegel” immer dann auftauchen, wenn Wahlkampf ist (also nahezu wöchentlich). Muster solcher Geschichten ist meistens, dass der Wahlkämpfer irgendwo in der Provinz komische Veranstaltungen besuchen muss und da nicht glücklich ist. Deswegen ist es nicht so erstaunlich, dass Norbert Röttgen in dieser Geschichte irgendwo in er Provinz sitzt und man ihm anmerkt, dass er jetzt eigentlich viel lieber Kanzler wäre.

Im Sport erfahren wir schließlich in einer etwas länglichen Geschichte, dass Borussia Dortmund in Dortmund einen quasireligiösen Status hat. Da wäre man von alleine gar nicht so drauf gekommen. Das Interview mit Phillip Lahm ist die Wiedergabe braver Sätze eines Musterschülers, der es irgendwie wichtig findet, sich zu informieren, die Entscheidung über alles anderen aber dann gerne anderen überlässt. Das ist schon ok so, was der Phillip da erzählt, aber muss man das jetzt wirklich über zwei Seiten hinweg lesen?

Was ich sagen will, bevor ich einen ähnlich unverbindlichen Plauderton wie der gedruckte “Spiegel” gerate: Vielleicht wäre es ja mal eine Idee, die Zahl der wirklich starken Geschichten, für die der “Spiegel” mal stand, wieder zu erhöhen. Geschichten, bei denen man den Eindruck hat, dass sie diese beinahe 4 Euro wert sind, die das Blatt inzwischen kostet. Altbekanntes über Facebook jedenfalls, da bin ich mir sicher, wird eure Auflage nicht erhöhen. Nicht mal dann, wenn ihr “Spiegel Online” auf der Stelle zusperrt.

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Rundgeshowt (4): Frühschicht

3. Mai 2012 - 8:32 Uhr

Frühschicht

Ich habe ja immer das Gefühl, dass sich Außenstehende unser Dasein als freiberuflich Digitale als eine Art Lotterleben vorstellen, mit viel Alkohol, anderen Substanzen und fettigen Pizzaschachteln, ständig an irgendeinem Apple-Produkt klebend. Das ist natürlich restloser Unsinn und bestenfalls ein Flachsinns-Klischee für Menschen, die nicht ganz auf diesem Planeten leben. Das geht erst recht nicht, wenn man irgendwie Fernsehen machen soll und wenn es dann auch noch bei einem öffentlich-rechtlichen Sender ist…

Jedenfalls befinden wir uns bei Tag 2 der Wir-tun-mal-so-als-ob-Phase und deswegen ist Frühschicht angesagt. Selbst dann, wenn die Rundshow meistens um 23.15 Uhr beginnen wird: Morgens wird die Grundlage für eine solche Sendung gelegt. Deswegen habe ich jetzt die ersten der Stunden meines Tagewerks hinter mir, wüsste so einigermaßen, was unser Thema heute Abend wäre, hätte einen ersten Rundumschlag für Netz gemacht. Und festgestellt, dass der BR wirklich ein fürsorglicher, großartiger, wunderbarer Arbeitgeber wäre, der Kaffee aus dem Kaffeedingens allerdings alles mögliche ist, nur kein Kaffee. Normal ist das nicht wild, aber um die Uhrzeit…

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Analog in gelb

Echt, ich staune: Wir sind wirklich bemerkenswert analog dafür, dass wir digital sind.

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Rundgeshowt (3): Find Sascha!

2. Mai 2012 - 12:59 Uhr

Es war ziemlich spannend, die heutige Sendung zu konzeptionieren. Schwerpunktthema setzen, Gäste suchen, Ablauf planen, lauter solche Dinge. Sie wundern sich gerade — wo doch heute Abend gar keine Rundshow läuft? Stimmt, an unserem geplanten Erstsendetermin am 14.5. hat sich nichts geändert. Aber man kann natürlich so eine Sendung, ein solches Projekt nicht einfach mal eben on air schicken, ohne vorher ein bisschen geprobt zu haben. Also spielen wir heute das erste Mal Ernstfall. Wir tun so, als würden wir senden. Das klingt erstmal komisch, muss aber sein. Wie sehr, hat sich heute gezeigt, es sind diese unzählig vielen Kleinigkeiten vor allem in den Abläufen, die die Sache komplex machen, zumal die Rundshow ja eben nicht einfach eine Sendung, sondern ein Rund-um-die-Uhr-Projekt sein soll. Beinahe hätte ich vergessen, wie aufwendig dieses Medium Fernsehen trotz aller digitalen Erleichterungen in den letzten Jahren immer noch ist. Wer es jemals gemacht hat, der weiß, was ich meine. Wer es noch nicht gemacht hat: Sie können sich vermutlich kaum vorstellen, wie enorm groß der Aufwand für eine 30-Minuten-Sendung ist, und da reden wir noch gar nicht von irgendwelchem Crossmedia-Gedöns.

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Falls jemand von Ihnen zufällig Sascha Lobo sieht, halten Sie ihn notfalls mit Gewalt fest und sagen Sie dann, er möge mich anrufen.(Edit: Erledigt, sie können ihn wieder loslassen).

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Heute gelernt: Unser executive producer Markus Walsch kann Gurken aus dem Internet animieren. Sollte man für Formate wie dieses als Einstellungsvoraussetzung fixieren.

Aufbau und Einleuchten

HG Plasma

Sitzordnung

BR

Studio Vatikan

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Rundgeshowt (2): Wir bauen uns ein Studio

1. Mai 2012 - 9:56 Uhr

Das Interessante am klassischen Fernsehen ist ja: Es ist eine gigantisch große Illusionsmaschine. Im TV wirkt alles sehr viel größer als es ist, tatsächlich aber sind solche Studios für jemanden, der sie zum ersten Mal sieht, eher ernüchternd. Trotzdem ist gerade das die Herausforderung: Man braucht ein Studio, das etwas hermacht und das zudem in seiner ganzen Anmutung zu einem Format passt. Gestern haben auch wir große Augen bekommen, weil wir zum ersten Mal “unser” Studio zu sehen bekamen.

Wie der Bayer sagt: Scheeee!

 

Daniel&Richard

Aufbau

Rundshow

me

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Rundgeshowt(1): Ein Putztuch und viele alte Freunde

30. April 2012 - 10:41 Uhr

Heute beginnt ein neues Leben.Wenigstens für vier,fünf Wochen. München statt Zürich, Rundshow statt Ichshow, eher geregelte Bürozeiten statt dem Luxus des Freiberuflers, der morgens auch mal schnell joggen geht als arbeiten.

Die “Rundshow” ist so ungefähr das spannendste Projekt, das ich mir momentan denken kann. Nicht nur, weil es einen völlig neuen Ansatz einer Fernsehveranstaltung gibt, sondern auch, weil sie ausgerechnet im Umfeld des Bayerischen Rundfunks stattfindet. Der BR steht ja nicht zwingend für Innovationsfreude und wird nach außen als, nunja, möglicherweise etwas behäbig wahrgenommen. Aber wer, wenn nicht ein öffentlich-rechtlicher Sender, sollte ein solches Projekt machen?

Markus, der Produzent vom ganzen.

Also wird es auch an dieser Stelle ziemlich viel und oft um die “Rundshow” gehen, das schon mal als kleine Vorwarnung, falls Sie sich lieber ein wenig ausklinken wollen bis 7. Juni. Das aus einer eher persönlichen Sicht, mit ein paar kleinen Einblicken in die Entstehung einer Sendung, wie es sie bisher noch nicht gab (das uns das um die Ohren fliegen kann, ist mir schon klar).

Für mich selbst sind die ersten Stunden hier ein bisschen  wie nach Hause kommen. Ich komme aus Bayern, habe lange in München gelebt, habe früher mal beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk gearbeitet, das ist also schon auch ein wenig Nostalgie. Und weil die Welt ja klein ist, treffe ich hier auf viele Menschen, mit denen ich mehr oder minder viel schon früher zu tun hatte. Unser Chef-Producer Markus Walsch beispielsweise kommt ebenso wie ich aus der niederbayerischen Metropole Dingolfing und hat dort beim famosen “Dingolfinger Anzeiger” genauso wie ich seine ersten journalistischen Schritte gemacht. Ich kenne ihn also sogar aus einer Zeit, als er noch Haare hatte. Richard Gutjahr kenne ich –Universalcode-Leser ahnen das — ebenfalls schon etwas länger, genauso wie Daniel Fiene,der eben im Moment von Richard am Flughafen abgeholt wird. Wir sind also toleranter als man ahnt her in Bayern, wir beschäftigen auch Düsseldorfer.

Richard hat jetzt ein neues Putztuch.

Sonst? Es gibt jetzt ein eigenes Rundshow-Putztuch für iPads und ähnlichen Gadget-Kram, ich kenne jetzt auch viele nette Menschen, die ich vorher nicht kannte, versuche verzweifelt, einen Mitarbeierausweis für den BR zu bekommen…und hey, am 14. Mai senden wir erstmals. Stay tuned.

(Offiziell erwischen Sie uns übrigens unter @Rundshow und gebloggt wird unter rundshow.de)

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Mal rundshowen, was so geht

22. April 2012 - 14:00 Uhr

Vermutlich hat das was mit einer Form von Manie zu tun. Aber wenigstens einmal im Jahr muss ich irgendwas machen, was ich vorher noch nie gemacht habe. Irgendein Projekt, das es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Das klappt meistens sehr gut (WIRED, Universalcode), manchmal reicht es nur für die Erkenntnis, dass es Redaktionen und Ideen gibt, von denen man am besten einfach die Finger lässt (eine Auflistung der 10 No-go-Areas und der dazugehörenden Kollegen veröffentliche ich gerne nach meinem Eintritt in den Ruhestand). Also packe ich mal wieder das Köfferchen und mache mich auf die Reise, diesmal nicht weit, nur in mein (die mich kennen, wissen das) über alle Maßen geliebtes München.

Unterwegs

Beim nächsten Projekt bin ich mir allerdings sehr sicher, vor bösen Überraschungen gefeit zu sein: Erstens ist die “Rundshow” des BR etwas, was inhaltlich viel zu spannend ist, um zur Enttäuschung zu werden. Und die Leute da kenne ich zum einen großteils und zum anderen weiß ich, dass da niemand mit Nervfaktor dabei ist, ganz im Gegenteil: Auf vier Wochen mit Menschen wie Richard Gutjahr, Daniel Fiene oder Markus Walsch freue ich mich sehr, auch wenn mein Terminkalender damit restlos zertrümmert ist und ich schon jetzt um sehr viel Nachsicht bitte, wenn Sie mich verfluchen wollen wegen irgendwelcher nicht-beantworteter Dinge. Ab Juni wird´s wieder besser, also wenigstens theoretisch oder vielleicht oder wahrscheinlich dann doch wieder nicht.

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Was vom Urheber übrig blieb…

11. April 2012 - 14:36 Uhr

Bevor man lange darüber debattiert, wie gut oder schlecht es Urhebern jetzt und in Zukunft geht, lassen wir doch mal — nein, nicht Zahlen, aber Verträge sprechen. Das hier ist Original aus einem Vertrag für freie Mitarbeiter. Was vom und für den Urheber übrigbleibt, kann man sich leicht ausrechnen.

Der Vertragspartner räumt XXX das ausschließliche, zeitlich, räumlich und inhaltlich unbeschränkte Recht ein, sein Werk in jeglicher körperlicher und unkörperlicher Form (z. B. auch in bearbeiteter, umgestalteter, gekürzter Form) ganz oder ausschnittsweise im In- und Ausland beliebig häufig vom Zeitpunkt der Entstehung an für alle Zwecke von XXX sowie für Prüf-, Lehr- und Forschungszwecke entgeltlich oder unentgeltlich zu nutzen. Die vorgenannten Rechte werden auch an den das Werk begleitenden Daten (Metadaten) und Vorstufen, z. B. Überschriftenvariante, Keywords, Quellcodes bei Computerprogrammen, Rohschnitten, etc. eingeräumt. XXX ist berechtigt, die ihr eingeräumten Rechte ganz oder teilweise auf Dritte zu übertragen oder diesen Nutzungsrechte einzuräumen.

Der Vertragspartner räumt insbesondere folgende Nutzungsrechte ein:

a) das Senderecht. Das Senderecht umfasst die Sendung und Weitersendung – unbeschadet der Übertragungstechnik, der Standards, der Formate und der Empfangsgeräte – durch Ton- und Fernsehrundfunk, Satelliten- und Kabelfunk, einschließlich des Rechts zur Kabelweitersendung durch Dritte, die Übermittlung mittels IP-basierter Übertragungswege oder sonstige technische Mittel. Hierzu gehören z. B. Telemedien im Sinne von Verteildiensten, in Form von Fernsehtext, Radiotext und vergleichbaren Textdiensten und / oder sonstige Verbreitungsarten und / oder Trägertechniken, Live-Streaming, Near-Audio- und Near-Video-On-Demand, telefongestützte Programmübertragungen, Rapid Channels, Webcasting, Simul-Casting, das Recht zur Übertragung durch Pay-Dienste, wie z. B. Pay-Radio, Pay-TV, Pay per Channel, Pay per View, etc. sowie mobile Nutzungen, z. B. als Direktabruf- oder Broadcastverfahren;

b) das Vervielfältigungsrecht, einschließlich des Rechts zur Digitalisierung, zur Übertragung auf Bild-, Ton- und sonstige Datenträger, der Einspeisung in Datenbanken und der – auch elektronischen – Archivierung sowie der Nutzung dieser Archive;

c) das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung, unbeschadet der Übertragungstechniken, der Standards und Formate, inklusive des Rechts der Nutzung von Telemedien in Form von Abrufdiensten sowie des Rechts, Nutzern die Anzeige sowie das Herunterladen auf stationäre und mobile Endgeräte zu gestatten;

d) das Verbreitungsrecht, einschließlich des Rechts zum Verkauf, zur Vermietung, zum Verleih oder zur sonstigen Abgabe von Vervielfältigungsstücken einschließlich der Verbreitung durch Transkriptionsdienste oder ähnliche Einrichtungen;

e) das Ausstellungsrecht;

f) das Vortrags-, Aufführungs- und Vorführungsrecht;

g) das Recht der Wiedergabe durch Bild-, Ton- oder sonstige Datenträger;

h) das Recht der Wiedergabe von Funksendungen und der Wiedergabe von öffentlicher Zugänglichmachung;

i) das Recht zur Verfilmung und Wiederverfilmung bzw. zur erneuten Produktion, auch multimedialer Art;

j) das Recht, in Zusammenhang mit Veranstaltungen, Festivals, Wettbewerben und Werbemaßnahmen für Zwecke von XXX das Werk öffentlich wiederzugeben und z. B. durch Bildschirm, Lautsprecher, Computer und sonstige technische Einrichtungen öffentlich wahrnehmbar zu machen;

k) das Recht zur Archivierung des Werks, einschließlich seiner Verkörperung auf Ton-, Bild- und / oder sonstigen Datenträgern und ihrer gewerblichen und nicht gewerblichen Nutzbarmachung, auch für Prüf-, Lehr- und Forschungszwecke;

l) das Bearbeitungsrecht, insbesondere das Recht zu Änderungen, Kürzungen, Umgestaltungen – auch in andere Nutzungsarten -, Verbindung mit anderen Nutzungsarten und Inhalten, Übersetzungen, Synchronisationen, Untertitelungen, Vertonungen, etc., die durch XXX oder durch Dritte vorgenommen werden können, inkl. der Nutzung des Werks in Auftrags- oder Koproduktionen;

m) das Recht zu Kino- und Schmalfilmauswertungen, d. h. von dem Werk Filme aller Formate oder andere Film- und / oder Tonträger und sonstiger Datenträger in analogen und / oder digitalen Formaten herzustellen und diese in jeder Form zu nutzen;

n) das Recht zur audiovisuellen Verwertung und Verwertung mittels Tonträger, und hierzu analoge oder digitale Ton- / Bild- / Bildtonträger und sonstige Datenträger herzustellen und diese in jeder Form zu verwerten;

o) das Printrecht, d. h. das Werk als Druckwerk oder Teil eines Druckwerks, auch in elektronischer Form, zu verwerten.

 

Besonders nett (wenn auch inzwischen üblich, ich weiß), ist das Sichern von Rechten für alle Fälle, auch die Unvorhergesehen:

Der Vertragspartner räumt bereits zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses die ausschließlichen Rechte ein, das Werk auch auf künftig erst bekannt werdende Nutzungsarten uneingeschränkt zu nutzen. Wird die Nutzung durch XXX vorgenommen, hat der Vertragspartner bei Anwendbarkeit des § 32 c UrhG ggf. einen Anspruch auf eine angemessene Vergütung. XXX ist berechtigt, die gemäß Satz 1 dieser Ziff. 3 eingeräumten Rechte ganz oder teilweise auf Dritte zu übertragen oder diesen Nutzungsrechte einzuräumen.

 

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Die Netzgemeinde, die Wutbürger der Zukunft

9. April 2012 - 14:31 Uhr

Eigentlich ist die Sache ja nicht ungewöhnlich: Immer dann, wenn der Mensch vor großen Änderungen steht, mag er das nicht so recht wahrhaben. Die Grünen mussten sich mit ihren Ideen vor 20 Jahren noch als Spinner belächeln lassen, heute ist die “Netzgemeinde” die größte Bedrohung dieses Planeten. Warum sich das bald ändern wird und es zwischen Grünen, Piraten und Netzgemeinde eine ganze Menge Parallelen gibt – drüben im Cicero-Blog.

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